Für uns Christen ist Pfingsten ein fröhliches Fest, denn wir feiern an diesem Termin die Entsendung des Heiligen Geistes und den „Geburtstag der Kirche“.

Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt.

Im Laufe der Zeit haben sich um dieses Fest viele regional unterschiedliche christliche und weltliche Bräuche und Traditionen entwickelt.

Das Pfingstfeuer

Bis heute wird in einigen Orten an Pfingstsamstag das Pfingstfeuer entzündet, verbunden mit einem langen Gottesdienst mit Pfingstliedern, Lesungen, und einer Nachtwache, der Pfingstvigil.

Es ähnelt dem heute weiter verbreiteten Brauch des Osterfeuers und soll als Symbol für den heiligen Geist die Gläubigen reinigen und ihnen Erleuchtung schenken.

Der Pfingstochse

Der stärkste Ochse im Ort – mancherorts auch ein Pfingsthammel - wurde festlich mit Blumen, Schleifen und Kränzen geschmückt und in einem feierlichen Zug bzw. einer Pfingstprozession durch die Straßen und über Felder geführt. Solche Züge wurden in einigen Dörfern Mecklenburgs von einem „Hirtenkönig“ und seinem „Hofstaat“ angeführt. Traditionell fand dieser Ochse / Hammel sein Ende auf dem Mittagstisch oder Grill. Das Fleisch wurde auf Platten mit ganzen Zitronen serviert, welche zur damaligen Zeit als eine besonders teure und daher erlesene Frucht galten. Deshalb wurden die Zitronen auch nicht gegessen, sie dienten nur zur Zierde. Aus dieser Zeit stammt auch eine neckische Redewendung: „Er ist herausgeputzt wie ein Pfingstochse…“

Viele Pfingstbräuche haben auch einen jahreszeitlichen Hintergrund.

So wurde mit dem Entzünden des Pfingstfeuers der Winter verabschiedet und der Frühling begrüßt.

In einigen Regionen wird die Ankunft des Sommers durch den sogenannten Pfingstbutzen verkörpert. Entweder schlüpft ein Jugendlicher in das Naturkostüm oder es wird eine meterhohe Laubfigur mit einem Traktor durch die Gemeinde gefahren.

Es beginnt die Ackerbausaison und die Bauern hoffen auf eine reiche Ernte. In ländlichen Regionen sprachen früher vor allem in katholischen Kirchen die Priester den „großen Wettersegen“. Heute wird diese Tradition allerdings kaum noch gepflegt.

Rund um Pfingsten gab und gibt es noch eine Menge Bräuche und Traditionen – wie Pfingstbräuche rund um das Heiraten, Fruchtbarkeitsriten, den Pfingst- oder Maibaum und Bräuche zu Pfingstessen und Mahlzeiten.

Aus biblischer Sicht spielt die Taube eine tragende Rolle als Symbol für den Heiligen Geist. Daher kam häufig gebratene Taube auf den Tisch. Heute werden Tauben meist in Form von Brotvögeln verschenkt oder serviert. Diese haben eine recht interessante Geschichte. Sie wurden an Christi Himmelfahrt durch eine Luke im Kirchendach hinaufgezogen und zu Pfingsten – als Symbol des Heiligen Geistes - durch dieselbe Luke in die Kirche geworfen, wo sie unvermutet manchen Kirchgänger versehentlich trafen. In Bayern erregte dies großes Aufsehen, worauf dieser Brauch im Jahre 1803 als „Geistlose und zweckwidrige Zeremonie“ nachdrücklich verboten wurde. Jedoch in einigen Orten Tirols und in der ehemaligen Klosterkirche von Baumburg / Altenmarkt ist dies als Brauch bis heute erhalten geblieben.

Ein anderes typisches Pfingstgebäck aus Bayern ist der Heiliggeist – Krapfen. Auch dieser soll die Form einer Taube imitieren. Es gibt sie im bayrischen / österreichischen Raum im Bäckerladen zu kaufen oder man macht sie selbst. Für alle Interessierten haben wir hier die Rezepte zum Nachbacken:

Brotvögel

Für den Teig: 1 Hefewürfel, 150g Zucker, 250ml lauwarme Milch, 1 Ei, 500g Weizenmehl, 1Pr. Salz, 75g weiche Butter

Aus den Zutaten wird ein Hefeteig nach bewährter Methode hergestellt. Mit Hilfe einer selbst gefertigten Schablone werden „Tauben“ aus dem fingerdick ausgerollten Teig geschnitten, mit Eigelb bestrichen, mit Hagelzucker vor dem Backen bestreut und eine Rosine als Auge festgedrückt. Die Vögel werden bei Umluftbetrieb = 180 °C oder bei Ober-/ Unterhitze = 200°C auf mit Backpapier ausgelegten Blechen für ca. 35min. gebacken.

Heiliggeist - Krapfen

600g Mehl, 250ml Rahm süß oder sauer,7 Eigelb, 1Ei , 1gestr.TL Anis. 1Pr. Salz

Die Zutaten werden zu einem mittelfesten Teig geknetet und müssen 30min ruhen.

Von einer geformten Rolle werden daumendicke Teigstücke abgeschnitten und zu einem papierdünn durchscheinenden Teigblatt ausgerollt. Die Krapfen werden vorzugsweise in heißem Butterschmalz frittiert. Sofort mit einer in Teigmitte senkrecht angesetzten Gabel im Uhrzeigersinn verdrehen, anschließend den Krapfen einmal umdrehen und nach dem Herausnehmen gut abtropfen lassen. Wenn sie erkaltet sind, werden sie mit Puderzucker bestreut und serviert.

Wer kennt noch mehr Bräuche rund um Pfingsten, Traditionelle Gerichte und möchte uns teilhaben lassen?

(zusammen getragen von Carmen Lietzow Hinrichshagen)