Pastor C. Rudolph, Regionalpastor der Kirchenregion Stargard, beschreibt den derzeitigen Stand der Überlegungen über künftige Strukturen. Hieran wird derzeit gearbeitet. Hier sein Bericht:

Mögliche Veränderungen der Struktur

 

Ab 2019 gilt im Kirchenkreis Mecklenburg ein neuer Stellenplan. Für die Kirchenregion Stargard bedeutet das eine Kürzung um über 25% der Stellen. Dagegen hatte sich die Kirchenregion gewehrt. Ohne Erfolg.

Stellenpläne sind notwendig, um Personal sinnvoll einzusetzen. In gewissen Abständen werden sie neu erstellt, um auf geänderte Rahmenbedingungen zu reagieren. In Rostock beispielsweise wachsen Kirchengemeinden. Folglich müssen Stellen geschaffen werden. Im Osten Mecklenburgs schrumpfen Kirchengemeinden. Also werden Stellen gestrichen. So einfach ist das.

Nein, ganz so einfach ist das nicht. Es werden auch Stellen geschaffen. Im Bereich der Kirchenmusik und der Verwaltung ist das der Fall. Die Musik soll das Leben in den Kirchengemeinden vielfältiger und attraktiver machen. Die Verwaltung soll Pastoren von Schreibtischarbeit entlasten.

Insgesamt stehen der Kirchenregion Stargard 9,5 volle Stellen (VbE = Vollbeschäftigungseinheiten) für die Berufsgruppen der Pastoren, Gemeindepädagogen, Kirchenmusiker, Verwaltung und Küster zur Verfügung. Eine Aufstockung hat die Kirchenkreissynode auf ihrer Herbstsitzung im November abgelehnt.

In Eigenregie muss die Kirchenregion nun diese Stellen auf die acht Kirchengemeinden verteilen. Keine leichte Aufgabe. Um nicht zu sagen: in der jetzt bestehenden Struktur der Kirchengemeinden unmöglich. Denn um jeder Kirchengemeinde mit den entsprechenden Stellen auszustatten, müssten diese gesplittet werden. Kirchengemeinden müssten Kooperationsverträge abschließen, die Mitarbeitenden mit mehreren Arbeitsgebern zurechtkommen. Der Verwaltungsaufwand wäre immens, und gerade der soll abgebaut werden. Anzustreben sind aber klare Arbeitsverhältnisse.

In verschiedenen Gremien wurden unterschiedliche Szenarien entwickelt und diskutiert. Es läuft wohl darauf hinaus, dass die acht Kirchengemeinden sich zu insgesamt drei größeren Gebilden zusammenschließen. Mittelpunkt sind die Städte Burg Stargard, Friedland und Woldegk. Im Friedländer Bereich hat man damit schon Erfahrung. Der Kirchengemeindeverband Stargard Land kann immerhin auf lange und intensive Zusammenarbeit verweisen.

Zur Diskussion stand, wie der Zusammenschluss erfolgen soll. Am einfachsten wäre, Kirchengemeinde würden einfach fusionieren. Das hätte den Vorteil, dass vieles bleiben könnte, wie es ist. Der Nachteil: Nicht alles, was ist, ist auch sinnvoll. Erstreckt sich eine Kirchengemeinde über mehrere Amtsbereiche, wie das beispielsweise in Alt Käbelich-Warlin der Fall ist, wird die Lage unübersichtlich. Das ließe sich im Zuge eine Neustrukturierung vereinfachen. Zudem führte dieser Weg zu sehr ungleichen Größen.

Die Regionalkonferenz hat deshalb einstimmig ein anderes Modell befürwortet, das bis Mitte März in den Kirchengemeinderäten diskutiert werden soll. Die Bildung der neuen Kirchengemeinden solle sich an den Grenzen der kommunalen Amtsbereiche zu orientieren. Das würde den Verwaltungsaufwand mindern, und auch die inhaltliche Arbeit könnte akzentuierter ausgerichtet werden. So spielen für die Arbeit mit Kindern im Grundschulalter die Schulstandorte eine wichtige Rolle. Und ein weiterer Vorteil: Die drei Kirchengemeinden währen annähernd gleich groß.

Für jede der drei Großgemeinden könnten die Personalstellen folgendermaßen aufgeschlüsselt werden:

Pastoren                                     1,50 VbE

Gemeindepädagogen                    0,75 VbE

Kirchenmusiker                            0,50 VbE

Küster                                          0,25 VbE

Verwaltung                                    0,25 VbE

Gesamt                                       3,25 VbE 

Damit wäre das zugewiesene Stellenbudget zwar um 0,25 Stellen überschritten, doch dafür könnte es grünes Licht geben.

Noch sind keine rechtsverbindlichen Entscheidungen gefallen, aber die Richtung ist deutlich. Für alle Beteiligten bedeutet das eine Umstellung, für die Kirchengemeinden und ihre Gemeindeglieder genauso wie für  die Mitarbeitenden. Ihnen wurde zugesichert, dass sie ihre Stelle behalten können, auch wenn sie nicht mehr im Stellenplan steht. Allerdings könnten ihnen

neue Aufgabengebiete zugewiesen werden. Überhangstellen würden erst bei Stellenwechsel abgebaut.               CR

Hier ein Grafischer Entwurf, der zur Diskusion steht: