Die Sage vom "Schlavenkensee" auch „Schlaf-Lenchen-See“

 

Vor vielen, vielen Jahren stand in der Nähe des Hagenberges eine Burg. Ihr Besitzer war ein begeisterter Fischer und Naturfreund er liebte die Ackerwirtschaft und gute Pferde. Zu seinen Bediensteten war der Burgherr streng, zu seinen Töchterchen Lenchen aber herzensgut. Gern fuhr er mit zwei stattlichen Rossen und einen robusten Kutsche in die Umgebung oder auch in das jetzige Feldberg, das damals nur erbärmliche Hutten zeigte, aber äußerst reizvolle Seen. Im Winter benutzte er den Schlitten. Bei seinen Ausfahrten fehlte nie sein Liebling Lenchen. Die Mutter war kurz nach der Geburt der Tochter gestorben, und da Lenchen ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten war, übernahm der Burgherr selbst den größten Teil ihrer Bildung uns standesgemäßen Erziehung.

Lenchen genoss eine unbeschwerte Kindheit und Jugendzeit. Alles, was man sie lehrte, versuchte sie auf ihre Art, den Kindern der Bediensteten beizubringen. Die war sehr beliebt, und schon von weitem winkte man ihr zu. Sogar die Tiere waren ihr zugetan, Rehe fraßen ihr aus der Hand. Als Lenchen das 15. Lebensjahr erreicht hatte, erlaubte ihr der Vater, bei den Ausfahrten die Zügel selbst in die Hände zu nehmen. Der ergraute Burgherr sah mit Freunden, wie seine schöne Tochter immer erwachsener und selbstständiger wurde. Er wünschte sich zu sehr, dass bald ein würdiger Freier kommen möge, um bei ihm um die Hand seiner Tochter zu bitten. Zu gern hätte er noch einen Enkel auf seinem Schoß gehabt. Es kamen auch etliche Freier, doch weder Lenchen noch ihm mochten sie gefallen, waren sie doch nur auf Geld und Besitz aus.

Eines Tages, es war ein herrlicher Wintermorgen, und der Schnee glitzerte wie Tausende Edelsteine, ließ Lenchen die Pferde anspannen, um in der freien Natur trotz eisiger Kälter das Wild zu beobachten. Kurz vor dem Schlavenkensee scheuten plötzlich die Pferde vor einem Rudel Rehe und galoppierten wild davon. Der Schlitten hatte keine Bremse. Lenchen versuchte verzweifelt, die Rosse zu zügeln, doch die liefen auf den See zu. Niedriges Unterholz wurde überrannt, und die Pferde samt Schlitten und Lenchen brachen in den Eis ein. Es gab keine Rettung. Ein Waldarbeiter, der zufällig vorbeikam, erkannte, was geschehen war und rannte zur Burg, um Hilfe zu holen.

Der Burgherr nahm in Windeseile sein Pferd und stürmte der Spur nach. Schon wurden seine Augen feucht, ahnte er doch das Schlimmste. Am Ufer des Sees angekommen, stammelte er kaum hörbar: „Leneken, Lenchen, wo bist du?“ die Antwort blieb aus. Starr und gepackt von großer Traurigkeit starrte er auf das große Loch im Eis. Weinend rief der gebrochene Vater aus: „Schlaf wohl, Lenchen!“

Aus diesem Grund wird im Volksmund der Schlavenkensee auch Schlaf-Lenchen-See genannt. Der Schlavenkensee bietet dem Fotofreund reizvolle Motive. Eine Wanderung um den See sollte an seiner westlichen Seite begonnen werden.

Schon bald wird man seinen Höhenzug gewahr, der an Feldberger Waldhöhen erinnert. Schon vor über einhundert Jahren wurde der „Burgwall von Quadenschönfeld“ beschrieben. Georg Krüger (1925) meinte, der Höhenzug liege etwa 15 Meter über dem See, im Walde westlich des Schlavenkensee sei er „an seiner vierten Seite zweimal durch Abschnittsgräben zu einer Burg umgestaltet….. der innere Burgplatz hat etwa 60 Meter Durchmesser; von der Vorburg führte zu ihm am Nordabhang gelegen ein allmählig ansteigender Weg.“

Quelle: Strelitzer Zeitung vom 03.Januar 1997

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