Cantnitz


Kirche CantnitzDie Kirche zu Cantnitz ist ein Gebäude mit einer langen und wechselvollen Geschichte. Sie wurde in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut (ein genaues Datum ist leider nicht bekannt). Erstmalig wurde Cantnitz 1382 urkundlich erwähnt. Diese Zeit hat die Form der Kirche geprägt. Das Material war der Feldstein, den es reichlich gab und gibt. Der Charakter der Kirche zeigt ihre doppelte Nutzung. Neben der gottesdienstlichen Versammlung bot sie auch als Wehrkirche Schutz für die Bevölkerung. Dies belegen die Mauerstärke von 1,10 m und die schmalen Schlitzenfenster, die auch dem Innenraum ein besonders Gepräge geben. Durch die Mauerstärke bleibt das Licht stets verdeckt und die Lichtquelle im Verborgenen. Der alte Fußboden und die dünn verputzten Wände verstärken den mittelalterlichen Raumeindruck. An den Wänden befinden sich Ausschnitte mittelalterlicher Malerei, die im Zuge geplanter Sanierungen entdeckt wurden.

Im Kunstführer von G. Krüger wird gesagt: “So ist Cantnitz das besterhaltene Beispiel der frühgotischen Saalkirchen des Landes.“ Ursprünglich hatte die Kirche 3 Türen. Als im Jahre 1700 ein Turm errichtet wurde, vermauerte man 2 Pforten (am Westgiebel ist dies durch ein hohes Maß am handwerklichen Können meisterhaft gelungen). 1791 wurde der Turm leider zerstört.

Cantnitz Kirche InnenansichtDer Altar ist – als Marienalter- eine Besonderheit. So sieht man auf der unteren Tafel Maria mit dem Jesuskind und 2 Engeln und darüber den Gekreuzigten mit Maria und Johannes. Der Auferstandene krönt diesen Altar. Im gleichen Stil entstand ebenfalls Anfang des 18. Jahrhunderts die Kanzel wie auch das Pastorengestühl (links) und das Gutsherrengestühl (rechts). Die Bänke haben in ihrer Anordnung ihre Bedeutung: Die Männer saßen rechts, die Frauen links und in der Mitte die Eigentümer (Kossaten). Die Tafeln der Gefallenen der letzten Kriege zeigen, mit Ihren Namenslisten wie viel Leid ein so kleines Dorf ertragen musste. Sie sind Erinnerung und Mahnung zu gleich. Die Kirche lädt ein, ruhig auf einer Bank zu sitzen und den Raum auf sich wirken zu lassen. In dieser Ruhe hat Gott die Gelegenheit in Ihr Leben hinein zusprechen. Die Fast 100 jährige Orgel ist nicht mehr bespielbar. Auch sie sucht jemanden, der sie vor dem Verfall rettet. Mit Geduld wurden eine Zeit lang Spenden gesammelt und die Glocke vor der Kirche nicht nur erhalten, sondern auch mit einer elektrischen Läuteanlage versehen. In der kleinen Winterkirche treffen wir uns zu Gottesdiensten und Kinderstunden. Dort erfahren wir in wohliger Nähe Gemeinschaft untereinander und mit Gott. Schauen Sie vorbei, wir freuen uns. Von Mai - Oktober ist sie geöffnet. Ansonsten ist der Schlüssel bei Fam. Balzer. Herr van der Meer bietet Führungen an (s. Aushang).


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