Kirchengemeinde Bredenfelde

Gemeindebrief III / 2020

Juni / Juli /August


 

 

"Freut euch aber, dass euere Namen im Himmel geschrieben sind!" Lukas 10,20

 

Wo ist der Himmel

Wo ist der Himmel? Lutherische Theologen betonen, dass Himmel und Erde zusammenhängen, dass sich göttliches Handeln nicht nur im Jenseits ereignet, sondern auch auf Erden. Das Himmelreich zeigt sich eben auch in unserem Alltagsleben. Da gibt es in den verschiedenen evangelischen Konfessionen durchaus unterschiedliche Akzente: Während die evangelisch-lutherischen Christen zum Beispiel betonen, dass Christus, der in den Himmel Aufgenommene, überall auf Erden präsent ist, betonen die Evangelisch-Reformierten: Himmel und Erde sind von Grund auf verschieden. Man kann also sagen: Für manche Christen ist der Himmel ganz nah, für andere weiter weg. Aber alle stimmen darin überein: Christus hat durch seinen Tod und seine Auferstehung den Himmel für die Menschen geöffnet. Jede Epoche der Kirchengeschichte kennt den Glauben an das ewige Leben "im Himmel". Ob dort Menschen außer Gott auch ihren Vorfahren, Ehepartnern, Kindern und Freunden begegnen, darüber gibt es keine einhellige Meinung der Theologen. Luther stritt ab, dass im Himmel der verstorbene Ehepartner wartet. Ob der Himmel nun der Ort der seligen Gottesschau oder das wiederhergestellte Paradies ist: das muss letztlich offenbleiben. Geprägt sind unsere Himmelsvorstellungen aus einer Zeit, in der es eine Unterwelt und eine himmlische Oberwelt gab. In der Antike wurde der sichtbare Himmel als Abglanz des göttlichen Lichts verstanden. In manchen Theologien, nicht zuletzt in alten Kirchenliedern, sind auch Relikte von orientalischen und griechischen Vorstellungen der Antike enthalten: der Himmel als eine Art jenseitiger Palaststaat, mit Erzengeln und Engeln. Hier zeigt sich Gott in seiner Herrlichkeit, in seiner Nähe finden die Gerechten ihr vollkommenes Glück. Heute gilt der Himmel viel eher als ein Synonym für Gott – für seine Liebe und Zuwendung zum Menschen. Wenn es heißt, ein Mensch sei nach dem Tod "im Himmel", dann bedeutet das: Er oder sie ist direkt bei Gott, frei von allen Begrenzungen,

aller Last, allen Ängsten und körperlichen Gebrechen. Der Himmel war auch immer eine Folie für die Hoffnungen der Menschen auf ausgleichende Gerechtigkeit und versagten Lohn.

Eduard Kopp Aus: "chrismon", das Monatsmagazin der Evangelischen Kirche. www.chrismon.de

 

 

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde der Kirchengemeinde Bredenfelde,

 der Monatsspruch für den Monat August lautet: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Psalm 139, 14

Ein Psalm, den der ein oder andere schon oft in seinem Leben gelesen hat. Sei es in einer Geburtsanzeige oder eine Karte zur Taufe. Gott hat mich – und Sie – wunderbar gemacht. Wir haben allen Grund, Gott dafür zu danken, auch wenn mir mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen kämpfen.

Seit unserem Gemeindebrief ist schon etwas Zeit vergangen. Wir waren sehr erstaunt und haben uns gefreut, dass schon Anfragen kamen, wann wieder ein Gemeindebrief kommt. Heute ist es soweit. Der Coronavirus hat seine Spuren auch in unserer Gemeinde hinterlassen. Das Gemeindeleben war auf sehr kleinem Niveau  heruntergefahren. Nur die notwendigsten Sachen konnten erledigt werden. Inzwischen gibt es wieder Gottesdienste und Andachten in kleiner Form in unserer Gemeinde. Aktuelle Aushänge finden Sie an den Kirchen. Auf Grund der Auflagen , die nach wie vor gelten, ist es immer noch nicht erlaubt zu singen, aber die Masken in den Kirchen dürfen während des Gottesdienstes abgenommen werden.

Die Reparaturen an der Lichtenberger Kirche werden planmäßig durchgeführt. Es ist enorm, was die Bauleute unter welchen Bedingungen dort schaffen. Ich freue mich immer auf die nächste Bauberatung, um zu sehen, was wieder geschafft wurde. An dieser Stelle bedanke ich mich im Namen des Kirchengemeinderates recht herzlich bei Herrn Karberg für die schnelle und unbürokratische Hilfe sowie bei Frau Jurisch, die ebenfalls sofort da war.

Wichtig ist mir an dieser Stelle auch der Schnitzaltar in Bredenfelde. Es ist uns auch in diesem Jahr gelungen, Frau Runge die Restauratorin zu gewinnen. Sie wird am 11.August bis zum 15.August 2020 in der Kirche in Bredenfelde arbeiten. Besucher sind in dieser Zeit herzlich willkommen, Frau Runge gibt gern Einblicke in ihre Arbeit oder Auskünfte zum Altar.

Am 22. und 23.August sind Sie herzlich eingeladen zu einem Projektwochenende in unserer Gemeinde (Programm und Ort sind im Flyer zu finden). Wir würden uns über zahlreiche Besucher freuen. Bringen Sie auch gern Verwandte und Freunde mit. Das Programm ist so gestaltet, dass alle geltenden Coronabestimmungen eingehalten werden können. Das Thema Kirche, Klima und Kultur bietet ein weites Feld zur Diskussion.

Vergessen Sie nicht Ihren Mund- Naseschutz.

Herzliche Grüße, Evelyn Küter, 1.Vorsitzende KGR

 

 

 

                          Drewermann:

                         Wir erwarten von den Ärzten, dass sie Gott ersetzen

                          epd-Gespräch: Holger Spierig

 

Foto: epd bild/Friedrich Stark

Der Kirchenkritiker Eugen Drewermann sieht auch im Schwinden religiösen Glaubens eine Ursache für die Ängste in der Corona-Krise.

 "Wir können mit der simplen Tatsache, sterblich zu sein, nicht wirklich leben", sagte der katholische Theologe in Paderborn dem Evangelischen Pressedienst (epd). Wer nur das Leben ohne eine religiöse Vision kenne, dem bleibe als Hoffnung einzig die Verlängerung des irdischen Lebens um jeden Preis.

"Wir bauen an einer Gesellschaft, in der der vollkommene Ausfall einer religiösen Sinnfindung dahin treibt, die Endlichkeit unseres Daseins nicht aushalten zu können", erklärte der Buchautor und Theologe, der am 20. Juni 80 Jahre alt wird.

Die natürliche Tatsache der Sterblichkeit erscheine "als ein Skandal, gegen den wir die vermeintliche Allmacht und das Allwissen der Gesellschaft setzen müssen", sagte Drewermann.

 "Wir erwarten von den Ärzten, dass sie Gott ersetzen - als wenn sie allmächtig wären."

Ein solcher Anspruch überfordere jedoch auch die Ärzte.

 "Wir sollten also lernen, auf Gott zu vertrauen, in dessen Händen unser Leben liegt, um uns nicht selber mit gottähnlichen Ansprüchen zu überfordern", rät Drewermann.

Der Theologe nannte den Wegfall von Transzendenz einen "Ausfall einer Hoffnung auf Unendlichkeit".

Eine Ursache dafür sei ein Teufelskreis rein naturwissenschaftlicher Betrachtung der Wirklichkeit. Die Naturwissenschaft müsse jeden Gedanken ausklammern, der nicht messbar sei. Sie habe jedoch keine Antwort auf das, "was den Menschen ausmacht in seiner Angst, in seiner Verzweiflung, in seiner Sinnsuche".

 Die Menschen benötigten jedoch eine Perspektive über die Endlichkeit hinaus, betonte Drewermann. "Deshalb brauchen wir Religion."

Kritisch bewertet Drewermann Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wie die geplante Nachverfolgung von Kontakten über eine App. Es gebe bereits eine totale Kontrolle der Handys sowie eine digitale Gesichtserkennung, sagte er. Das Recht auf Privatsphäre werde seit Jahrzehnten schrittweise ausgehöhlt, etwa durch Vorratsdatenspeicherung oder Überwachungskameras.

 Das alles gründe in einer Angst, "mit der man Macht gewinnt auf Kosten der Freiheit und eine Sicherheit verspricht, die mit einer Fülle von Maßnahmen Entfremdung statt Geborgenheit erzeugt".

Der damalige Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt verhängte Anfang der 90er Jahre ein Predigt- und Lehrverbot gegen Drewermann wegen dessen kirchenkritischer Ansichten.

Seither ist Drewermann als Buchautor, Vortragsredner und Therapeut tätig.

Im Jahr 2005 trat er aus der katholischen Kirche aus.

 

Liebe Gemeinde!

 Nun hat uns der Klimawandel wohl erwischt. Wer könnte ihn nach letzten trockenen und heißen Jahren noch leugnen. ABER, so sagen die Meteorologen und Klimaforscher, „das Wetter ist nicht das Klima“ und „ein heißer Sommer, macht noch keinen Klimawandel“.

Einen Grund zur Beruhigung sind diese Aussagen aber nicht, denn die letzten Sommer können sehr wohl ein Anzeichen für die Klimaveränderung sein, die auf uns zukommt.

Wie finden Sie das Bild? Was für Gedanken und Gefühle löst es aus?

Die Frage, wie wir mit unserer Erde umgehen, bewegt die Menschheit schon lange. In der Bibel finden sich gleich in den ersten beiden Kapiteln zwei Sätze, die prägend wurden.

Diese beiden Aussagen sind doch recht unterschiedlich. Beiden stehen in der Bibel und deuten auf den Auftrag des Menschen in der Welt hin.

In der ersten Schöpfungsgeschichte, in der Gott die Welt in 7 Tagen erschaffen hat, sagt Gott zu den Menschen „und macht euch die Erde untertan und herrscht über (sie)“. In der zweiten Schöpfungsgeschichte, in der Gott den Menschen in den Garten Eden setzt, bekommt der Mensch dagegen den Auftrag, diesen „zu bebauen und zu bewahren“.

Eigentlich sollte das „Herrschen“ doch in Verantwortung gegenüber der Erde und derer, die nach uns kommen geschehen. „Bebauen und bewahren“ sollte der Inhalt des „Herrschens“ sein. Aber schauen wir uns in unserer Welt und Zeit um, sehen wir vor allem, wie „nachhaltig“ die Erde schon geschädigt ist.

Und wir sind Teil des Systems und nutzen es. Das gilt nicht nur für die, denen es egal ist, wie Schweine gehalten werden, solange das Schnitzel billig ist - oder, wie sehr Böden überdüngt werden - wieviel Ressourcen durch unseren Straßenverkehr, Gütertransport oder Energiegewinnung verbraucht werden. Auch wenn uns Vieles von dem bewusst ist, bleiben wir Teil des ganzen Systems und können uns nicht daraus verabschieden oder unabhängig davon leben. Als Menschheit werden wir schuldig vor Gott und den nachfolgenden Generationen, von denen wir die Erde geliehen bekommen haben.

Aber als einzelner Mensch, können wir dennoch Schritte tun. Schon das Bewusstsein für die Zusammenhänge und die offenen Augen dafür, gehören dazu. Jede Plastiktüte, die wir nicht benutzen, jede vermiedene Verpackung verringert den Plastikmüllberg, der unsere Meere und sogar unsere Luft vergiftet. Jede Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wo es denn möglich ist, verringert den Energieverbrauch.

Wir, die Verbraucher haben vielleicht mehr Möglichkeiten, als wir glauben. Billigprodukte vermeiden können wir … übrigens, nur weil wir wenig für etwas zahlen, bedeutet das ja nicht, dass nicht jemand anderes dafür zahlen muss. Die Umwelt, die Tiere, Menschen … und auch zukünftigen Generationen haben es zu zahlen.

Wir können kleine Schritte tun … ein erster Schritt ist, diese Gedanken zulassen und ihnen Raum geben. Bewusster mit dem umgehen, was wir zum Leben brauchen und nutzen.

Dankbar annehmen und genießen hilft gegen den gedankenlosen Umgang mit dem, was uns Gott in seiner Schöpfung anvertraut hat.

Am 4. Oktober feiern wir das Erntedankfest. Gott bewusst für all unsere Möglichkeiten zu danken, ruft uns auch in die Verantwortung, die wir als Menschheit für eine „nachhaltige“ Bewahrung seiner Schöpfung bekommen haben.

Eine einzelne Idee macht noch keine Veränderung, aber viele kleine Schritte können etwas bewirken.

 

Ihr Pastor Gottfried Zobel

Alles auf einen Blick  

 

Kleiderkammer:    Mittwoch 10.00 -13.00 Uhr im Pfarrhaus

                                   und nach telefonischer Absprache

                                   Tel. 03964/210236

 

Chor:                         Mittwoch 19.00 Uhr  im Gemeindehaus in Bredenfelde oder in den Kirchen nach Ansage

Glücklicherweise wurde im Juli eine neue Corona-Lockerungs-Landesverordnung mit vielen, aber sehr konkreten Regelungen erlassen. Mit viel Fleiß und Akribie, damit wir nichts falsch machen, haben wir für unseren Chor ein Hygienekonzept erstellt.

So können wir wieder seit dem 05.08.2020 wenigstens eine Stunde wöchentlich singen. Sicherlich werden wir, was die Auftritte anbetrifft, erstmal mit angezogener Handbremse weiterfahren. Aber das neue Krippenspiel wird gerade geschrieben und, egal ob LIVE oder per „Konserve“, mit unseren Christenlehrekindern vorbereitet und einstudiert.

Wir kommen voran – langsam –aber dennoch.

 

Christenlehre:       Donnerstag 16.00 Uhr  im Gemeindehaus in Bredenfelde        außer in den Schulferien

Nach den derzeitig geltenden Vorschriften laden wir am 13.09.2020, 14:00 Uhr in die Bredenfelder Kirche zum Einschulungs-Gottesdienst ein.

Für die voraussichtlich ab 17.09.2020 wieder beginnende Christenlehre erhalten alle Kinder und ihre Eltern rechtzeitig eine Einladung mit den festgelegten Hygieneregeln.

Sprechzeiten Gemeindebüro und Friedhofsverwaltung in Bredenfelde

Dienstag 09:00 Uhr – 12:00 Uhr

Mittwoch 16:30 Uhr – 17:30 Uhr

Telefon 03964/ 210236

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hompage: www.kirchengemeinde-bredenfelde.de

Bankverbindung:   IBAN: de69 5206 0410 0005 3709 14

                             BIC: GEODEF1EK1

Vertretung vom 10.08.2020 bis 25.08.2020

Pastorin Manuela Markowsky

Ev.-Luth.-Petrus-Kirchengemeinde Woldegk

Goldberg 1

17348 Woldegk       

 Telefon:     03963/ 210326

Email:        Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!